Lean – machen doch alle – oder?
Vor Jahren habe ich mit einem Kollegen vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln zusammengearbeitet, er hat seine Vorträge zu Lean immer damit begonnen, dass er von fleißigen und engagierten Reinigungskräften erzählt hat und dabei auch angemerkt, dass eine solche Reinigungskraft immer eine Treppe von OBEN nach UNTEN reinigen würde.
Das Gleiche gelte bei Lean.
Bei Organisationen, bei denen die Geschäftsführungen diesen Wink verstanden hatten, hat auch Lean zum Erfolg geführt. Bei den anderen Organisationen, die eher den Grundsatz hatten „wasch mich, mach mich aber nicht nass“ oder „die Produktion soll mal Lean machen“, war der Erfolg sehr überschaubar.
Ein Werkzeug wie die 5S Prinzipien
Sortieren (Seiri): Aussortieren aller nicht benötigten Gegenstände vom Arbeitsplatz.
Systematisieren (Seiton): Aufräumen und feste Plätze für notwendige Arbeitsmittel definieren (visuelle Ordnung).
Säubern (Seiso): Den Arbeitsplatz reinigen, um Mängel frühzeitig zu erkennen.
Standardisieren (Seiketsu): Regeln festlegen, um die ersten drei Schritte zu ordnen und beizubehalten.
Selbstdisziplin (Shitsuke): Alle Schritte einhalten, diszipliniert leben und kontinuierlich verbessern.
funktioniert immer und bringen auch kurzfristig kleine Erfolge.
Wenn aber nicht in der gesamten Organisation das Verständnis und der Wille besteht, die Verschwendung zu minimieren, die Effizienz zu steigern und Sicherheit zu erhöhen, ist das Projekt nicht wirkungsvoll.
Aus meiner Erfahrung sind die Verschwendungen auf Werker-Ebene schon überwiegend gut analysiert, aber in den organisatorischen Bereichen ist die Verschwendungsanalyse meist nicht besonders ausgeprägt. In den Prozessen liegen aber Potenziale, die gehoben werden müssen, wenn die Organisation langfristig wirtschaftlich bleiben möchte.
Wenn der Wille wirklich da ist, kann externes Lean-Coaching dabei unterstützen.

